Bevor dieses Haus zum heutigen Rathaus wurde, gehörte es der Familie Feltin. Eines der Familienmitglieder wird Kardinal und Erzbischof von Paris (Maurice Feltin, 1883 – 1975). Das an die Stadtmauer angrenzende Haus wurde 1581 von dem Amtmann und Stadtvogt Louis Lourdel errichtet. In der Ecke des Treppenturms sieht man zwei eingemeißelte Wappen, das Baudatum, sowie die Devise des Bauherrn SEQVITVR FORTVNA LABOREM (Durch Arbeit kommt das Glück).
Zwischen 1725 und 1726 wurden an dem Haus unter der Obhut eines reichen Bürgers der Stadt und Anwalt im elsässischen Hoheitsrat, Henri Boug, viele Veränderungen vorgenommen. Die innere Aufteilung wird komplett verändert, die steinernen Fensterpfosten werden abgeschafft, das Säulenportal an der Fassade versetzt. Die Stadtmauer, die sich zwischen dem Haus und der Schlossterrasse befand, wird durch eine einfache Mauer mit einer Holzgalerie und einem Eckturm ersetzt.
Bis zur Straßenecke der Grand-Rue erstreckte sich der französische Garten. Im Jahre 1770 wurde das Gebäude von einer aus dem Haut-Doubs stammenden Landwirtschaftsfamilie erworben und blieb so gut wie unverändert, bis die Stadt es 1993 kaufte.
In den ehemaligen Scheunen, die aus dem Jahr 1881 stammen, befindet sich heute das Bauamt der Stadt.
Das Gebäude steht unter Denkmalschutz.



