Die Mennoniten erschienen in der Umgebung von Kazun Ende des 18. Jh. Eine der wenigen von ihnen hinterlassenen Spuren ist heute das Gebäude der ehemaligen Kirche, das etwa 500 m von der Kreuzung der Straße 85 mit der Schnellstraße (S) 7 entfernt steht. Die Holzkirche wurde 1892 an der Stelle einer früheren Kirche errichtet, die 1823 ebenfalls aus Holz gebaut und 1891 durch Hochwasser zerstört worden war. In ihrer gegenwärtigen Form stammt sie aus dem Jahre 1924, als sie nach den Zerstörungen des Ersten Weltkriegs wieder aufgebaut wurde. Das Gebäude steht mit dem Giebel zur Straße auf einem Grundstück, das von alten Pappeln umgeben ist. Die Kirche steht auf einem hohen Steinfundament und ist aus Kiefernholz gebaut. Die Kirche in Kazun zeichnete sich durch die Verzierung der Außenwände, der Fensterrahmen und der Bossierungen der Eckverbindungen aus, die sich auf die Verzierungen von Steinbauten bezogen. Diese Verzierungen sollten den außergewöhnlichen Status des Gebäudes unterstreichen. Das Gebäude ist mit einem Satteldach in Sparrenkragenbauweise gedeckt, das verstärkt und mit Blech bedeckt ist. Man betritt das Gebäude durch eine Doppeltür aus profilierten Stäben, die von oben mit einem Segmentbogen geschlossen ist. Die heutige Gestaltung des Innenraums wurde im Vergleich zur ursprünglichen erheblich verändert, da das Gebäude nach dem Zweiten Weltkrieg das Gemeindeamt, die Station der Volkspolizei und eine Schule beherbergte. Ursprünglich war das Gebäude in drei Teile gegliedert. Ein Drittel wurde von der Wohnung des Lehrers und der Schule eingenommen, die anderen zwei Drittel vom Gebetsraum, der sehr bescheiden mit Bänken und einem Rednerpult ausgestattet war, an dem der Prediger stand. Die Gläubigen saßen in Bänken, die parallel zu den längeren Wänden standen. In der Mitte der Giebelwand, gegenüber der Eingangstür, befand sich eine Kanzel. Zur Kirche in Kazun gehörte die Mennoniten aus den Dörfern Kazun, Cząstkowo, Sady, Markowszczyzna und Secymin.

