Johannes-Ravelin
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Kommen wir auf die Brücke zurück und gehen wir sie bis zu ihrem Ende, um die Festung zu erreichen. Wir bleiben vor dem ersten die Befestigung durchbrechenden Tor stehen, gerade am äußersten Ende der Johannes-Brücke.

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Wir befinden uns nun vor einem ersten Tor, dem Johannestor. Es handelt sich noch nicht um das eigentliche Festungstor. Wir stehen hier nämlich vor einer Konstruktion, die nach der Festung errichtet wurde und die von Trezzini erbaute Umwallung wenig später verstärken sollte. Diese Verstärkung der Festigungsanlagen bestand darin, 2 hervorspringende Vorbefestigungen zu errichten, die man ""Ravelin"" nennt. Der erste befindet sich im Osten und wir haben ihn vor uns. Man nennt ihn den Johannes-Ravelin (oder Iwan auf Russisch) nach dem Halbbruder von Peter, der gemeinsam mit ihm, bis zu Peters Staatsstreich im Jahre 1789, auf dem russischen Thron saß. Der andere Vorposten befindet sich im Westen, von uns aus gesehen auf der gegenüberliegenden Seite der Festung und wird nach dem Namen des Vaters von Peter dem Großen ""Alexander-Ravelin"" genannt.

Das Tor, das den Johannes-Ravelin durchbricht, ist aus Ziegelsteinen; dies ist aber vertuscht, um eine Konstruktion aus weißem Stein vorzutäuschen, die mit der Mauer aus roten Ziegelsteinen kontrastiert. Dies erklärt sich natürlich aus ästhetischen Gründen: Der Stein und seine Verzierung erinnern an die für die westliche Welt typische Steinarchitektur. Dort wird er als edles Baumaterial angesehen; es ist ein solides, verlässliches Material, das man in natürlichem Zustand vorfindet, während der Ziegelstein als armseliges Baumaterial betrachtet wird, das den Stein ersetzt, wenn dieser fehlt oder man nicht die finanziellen Mittel hat, ihn kommen zu lassen. Lassen Sie uns nun auf die beiden Seiten des Tores blicken: Die Pfosten (hier weggelassen, da eindeutig auf Deutsch) des Türrahmens sind mit geringelten Pilastern verziert. Die Pilaster sind diese Pseudo-Pfeiler, die in die Mauer eingelassen sind und einen leichten Vorsprung bilden. Die geringelte Verzierung stammt auch aus der westlichen Tradition, genauer gesagt aus dem griechischen, ionisch genannten Muster. Betrachten Sie nun den Teil über dem Tor: Sehen Sie den dreieckigen Giebel? Auch er ist in der, weißen Stein vortäuschenden Farbe gehalten. Und auch dieser kommt geradewegs aus der griechischen Tradition: Dies ist ganz einfach die Form, die ein Satteldach auf natürliche Weise zeichnet, so wie jene, die die griechischen Tempel bedeckten. Obwohl wir die Zitadelle noch nicht betreten haben, befinden wir uns hier vor einem schönen Beispiel einer sich an der westlichen Antike inspirierenden Architektur. Wir werden sehen, dass diese westliche Anspielung hier zu Zeiten Peters eine beständige Größe ist und es mehr als anderthalb Jahrhunderte bleiben wird.

Photo Saint Petersburg 2009 tourist pictures 0137 by Bin im Garten under CC BY-SA 3.0

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