Um die Kathedrale herum: die Statuen Synagoga und Ecclesia
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Sie stehen vor dem Südportal der Kathedrale. Wenn Sie nach oben blicken, entdecken Sie zwei elegante Frauenfiguren, die zu den berühmtesten Meisterwerken der gotischen Bildhauerkunst gehören. Sie wurden zwischen 1225 und 1235 angefertigt und stellen auf eindrucksvolle Weise den Gegensatz zweier Allegorien dar: Ecclesia (Kirche) auf der linken Seite und Synagoga (Synagoge) auf der rechten Seite. Diese Skulpturen sind von einer tiefen Symbolik durchdrungen und verkörpern ein wiederkehrendes Thema der mittelalterlichen Ikonografie: die behauptete Überlegenheit des Christentums über das Judentum, das als unfähig dargestellt wird, das wahre Israel anzuerkennen. Die Originalstatuen werden seit 1907 im Musée de l'Oeuvre-Notre-Dame aufbewahrt, das sich auf der anderen Seite des Platzes befindet, auf dem Sie gerade stehen.

Beachten Sie Synagoga: Sie ist jung und schön wie ihre Nachbarin, aber ihr Kopf hängt schief, ihre Augen sind verbunden, was die geistige Blindheit der Juden symbolisiert. Sein Speer ist an mehreren Stellen zerbrochen, was seine Zerbrechlichkeit zeigt, und die Gesetzestafeln, die aus seinen Händen fallen, materialisieren die vergangene Ära des Alten Testaments.

Im Gegensatz dazu nimmt Ecclesia eine stolze Haltung ein, trägt eine Krone und hält den Kelch, das Symbol der Eucharistie, fest in der Hand. Die katholische Kirche stellt sich selbst als eine königliche Figur dar. Die beiden Frauen umrahmen König Salomo, den die Kirche anschaut, während die Synagoge sich von ihm abwendet.

Die Säule des Jüngsten Gerichts hinter diesen Türen im südlichen Querschiff vervollständigt dieses Skulpturenensemble, das von der Vorstellung eines göttlichen Gerichts geprägt ist.

Diese kunstvoll gestalteten Statuen tragen drapierte Kleidung, die an die Aristokratie erinnert. Trotz der zur Schau gestellten Schönheit der Synagoge zeigen ihr Körper und ihr Gesicht eine schmerzhafte Würde. Wir sind weit von der Entwürdigung der folgenden Jahre entfernt. Muss man das so verstehen, dass sie und ihr Volk noch gerettet werden können? Kann man annehmen, dass diese Allegorien notwendigerweise als Binom funktionieren und dass die Kirche ohne die Synagoge ihr Gleichgewicht verlieren würde? Jeder kann seiner eigenen Interpretation freien Lauf lassen. Diese Allegorien blieben jedoch Bestandteil einer antijudaistisch aufgeladenen christlichen Ikonografie, die im Laufe des Mittelalters dazu beitrug, Juden theologisch und gesellschaftlich immer weiter auf Distanz zu bringen.

Fotos der 2 Statuen auf beiden Seiten des Südportals @Francoise Elkouby

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The European Route of Judaism on the Rhineland

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